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Kein Grund zum
Jubeln
Seit Beginn der Verkehrsstatistik im Jahr 1953 misst das Statistische Bundesamt in Wiesbaden für das Jahr 2007 die niedrigste Zahl von Unfalltoten auf deutschen Straßen (Meldung Süddeutsche
Zeitung). Knapp 5000 Unfalltote pro Jahr - wären somit "nur" ca. 13 am Tag ...
Seit ich selber vor zwei Jahren, mit dem Fahrrad unterwegs, zweimal von Autos angefahren worden bin, die mir die Vorfahrt genommen haben („Oh – ich hab’ Sie gar nicht gesehen...“), fällt mir erst richtig auf wie häufig tatsächlich Unfälle auf der Straße passieren, auch im engsten Umfeld: In der Familie, beim Friseur J, unter Kollegen und unter Freunden: Plötzlich hat jeder eine mehr oder weniger schlimme Unfallgeschichte auf Lager, von sich selbst oder wiederum Bekannten.
Und je mehr ich davon höre und lese, desto verrückter erscheint es mir, überhaupt Auto zu fahren. Man stelle sich nur einmal auf eine Autobahnbrücke und schaue auf den alltäglichen Wahnsinn, die Raserei hinunter. Da ich längere Zeit kein Auto mehr gefahren bin, habe ich einen entsprechenden Abstand zu dem Thema. Auto fahren macht Spaß, macht frei und flexibel. Aber es ist auch teuer, stressig und gefährlich.
Nach meinem Unfall trieb mich nicht nur die Angst um, dass mir noch einmal Ähnliches oder Schlimmeres passieren könnte, sondern auch, vielleicht selbst einmal jemanden, womöglich ein Kind, an- oder totzufahren. Ein schrecklicher Gedanke! Natürlich gibt es auch Unfälle anderer Verkehrsmittel; die ICE-Entgleisung vor einigen Tagen in Köln zeigt ja, dass es auch hier technisches und menschliches Versagen gibt – es hätte sehr viel schlimmer kommen können.
„Nur“ 5000 Unfalltote auf deutschen Straßen ... Eine entsprechende Unfall-Statistik, bezogen auf den öffentlichen Verkehr, habe ich bis jetzt im Internet nicht gefunden. Es wird jedoch kaum eine auch nur annähernd entsprechend hohe Zahl sein. (Übrigens: „Die DB AG wird noch in diesem Jahr einen Bericht zur Sicherheit im Bahnverkehr vorlegen“, erklärt der Bahn-Vorstand in ndt.net).
Als Stadtbewohnerin komme ich bestens ohne Auto aus, ja, ein Auto würde für mich sogar ein echtes Hindernis darstellen, etwa
was die Parkplatzsuche angeht. Vom Geld ganz zu schweigen. Außerdem ist es eine Möglichkeit, fit zu bleiben, ohne bewusst viel dafür tun zu müssen. Wenn ich wieder einmal umziehen sollte, ob in
die Stadt oder aufs Land, so wird ein wichtiges Kriterium immer auch die günstige Verkehrsanbindung sein. Zugegeben, bei Reisen und Besuchen, Großeinkäufen und Umzügen ist es immer praktisch, ein
Auto zur Verfügung zu haben. Wenn nicht, so ist man gelegentlich auf andere, die ein Auto haben, angewiesen, was für beide Seiten kein schönes Gefühl ist, wenn es häufiger vorkommt. Aber jetzt
schweife ich ab. Ich habe den Eindruck, manch einer fühlt sich ohne Auto nur als halber Mensch. Und: was wäre Deutschland ohne seinen Wirtschaftsmotor Autoindustrie?
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