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Honigmann
Als ich noch klein war, klingelte zwei- bis dreimal im Jahr der „Honigmann“ bei uns an der Tür: „Grüß Gott, wollt’sch ihr Honig haben?“ Bepackt mit mehreren Kilo-Honigeimerchen, fing der sympatische Schwabe, über den wir Kinder immer ein wenig lachen mussten, an, von den gesundheitlichen Vorzügen seines Bienenhonigs zu schwärmen: „Hier, probieret sie mal den herrlichen Waldhonig! Jeden Tag ein Löffele, und sie werden die Erkältungszeit beschtens überstehen. Oder erscht der Schelee Royal!...“ Meine Mutter war eine treue Kundin, und der Honig hatte auch wirklich ein vorzügliches Aroma.
Großväterchen Honig
Mein Großvater, der anstrebte, 100 Jahre alt zu werden, aß jeden Morgen einen Esslöffel Honig. Mein andere Großvater war nicht nur Pfarrer, Hobbydichter und –eisläufer, sondern auch Hobbyimker und pflegte selbst dann „meine lieben Bienerle“ zu sagen, wenn sie ihn völlig zerstochen hatten.
Mmh,
Lavendelblüten im Bonner Rheinauenpark ...
Meine eigene „wundersame“ Heilung durch Honigsalbe
Ich selbst bin seit einer Woche wieder ‚auf den Honig gekommen’, und zwar auf Honig als antibakterielles Heilmittel und
Kosmetikum: Seit Monaten plagte mich ein hartnäckiges Ekzem an meiner rechten Hand: Höllisch juckende, aufgeriebene Stellen, nässende Bläschen, es war zum verzweifeln. Die Hautärzte hatte ich
bereits abgeschrieben, denn die zwei Alternativen: Kortison + antibakterielle Creme, oder aber der umstrittene Wirkstoff Tacrolimus verschafften mir immer nur kurzzeitige Linderung, zeigten am
Ende überhaupt keine Wirkung mehr. Von den Nebenwirkungen ganz zu Schweigen. Ein ähnliches, quälendes Langzeitproblem hatte ich um den Mund herum, ebenfalls im Zusammenhang mit Neurodermitis und
besonders, seit ich mir beim Skifahren zu stark der Sonne ausgesetzt hatte.
Mehr durch Zufall kaufte ich in einem Reformhaus einen Tiegel „Bienensalbe“ (wer es mir nachtun möchte: es gibt nur eine Firma, die das dort
anbietet). Vielleicht hatte ich auch im Hinterkopf, was ich vor einiger Zeit einmal gelesen hatte: ‚Forscher bestätigen die antibakterielle Wirkung von Honig’. Probeweise trug ich die Salbe auf alle kritischen Stellen auf, über mehrere Tage hinweg, und siehe da: Der akute Hautzustand besserte sich innerhalb von 1-2
Tagen. Inzwischen wirkt die Haut wieder stabil, weich und einigermaßen gesund. Ein Loblied auf die Bienen! Ich stehe der Propagierung von Allheil- und Wundermitteln
grundsätzlich skeptisch gegenüber und betrachte es als Marketinggag. Deswegen sehe ich die Bienensalbe auch nicht als Wundermittel an. Aber in meinem speziellen Fall war
es genau das Richtige, und ich zögere nicht, dieses Wissen an meine Leidensgenossen, an Hautärzte und Interessierte weiterzugeben!
Das große Bienensterben
Voriges Jahr gingen die Meldungen über das große Bienensterben durch die Medien: In den USA war es besonders dramatisch, aber auch in Deutschland starben 1/3 der Bienenpopulationen, aus teilweise unerklärten Ursachen. Man vermutete Pestizide und Düngemittel, Gentechnik, Immunerkrankungen. Im Landwirtschaftsforum landtreff.de (Edit 30.06, ganz aktuell hier) z. B. gab es hierzu eine heiße Diskussion. So richtig habe ich mich noch nicht durch die Problematik gewühlt, deswegen will ich es auch erstmal hierbei belassen und auf einen geplanten zukünftigen Artikel hierzu verweisen.
... geben guten Lavendelhonig!
Begleiter unserer Zivilisation, wichtiger Teil des Ökosystems
Bienen begleiten unsere Zivilisation seit Jahrtausenden und sind von großer Bedeutung für den Erhalt unseres Ökosystems: Seit wahrscheinlich 110 Millionen Jahren werden Blütenpflanzen von Bienen
bestäubt. „Im weiteren Verlauf der Stammesgeschichte haben sich aber Bienen und Blütenpflanzen gemeinschaftlich entwickelt und gegenseitig gefördert: Indem Bienen die Pollen von Pflanze zu
Pflanze weiter trugen, verbesserten sie deren Fortpflanzungschancen. Die Pflanzen begannen sich darauf einzustellen und entwickelten süße Säfte, um die Tiere an sich zu binden“
(Quelle, auch im folgenden:
Wikipedia).
Intelligente Staatenbildner
Nicht alle Bienenarten leben in solch hochorganisierten Gemeinschaften wie die Honigbiene. Im „Bienenstaat“ letzterer herrscht Arbeitsteilung: Abwehren von
Feinden, Überwinterungs-gemeinschaften, Schlafgemeinschaften, Nistgemeinschaften, Wachdienste, Proviantversorgung, Arbeitsteilung bei der Fortpflanzung, Brutpflege.
Ein faszinierendes Thema, das auch den Spiegel in seiner aktuellen Print-Ausgabe beschäftigt („Kampf gegen
das Bienensterben. Imker auf Nachwuchssuche in den Großstädten“, Spiegel Nr. 25, S. 142).
Vielleicht finden sich ja in Zukunft ein paar Hobbyimker, auch in den Städten. Und vielleicht lohnt es sich ja in Zukunft wieder für die "Honigmänner", an den Türen zu klingeln und herrlich
duftenden Wald- und Wiesenhonig zu verkaufen.
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