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Freitag, 20. juni 2008

Schülerinnen einer High-School im US-Staat Massachusetts haben es uns vorgemacht: Zahlreiche Mädchen sprachen sich offensichtlich ab, gemeinsam schwanger zu werden. Nun sind 17 der Schülerinnen tatsächlich schwanger, keine von ihnen älter als 16 Jahre. Eltern und Lehrer sind ratlos. Hierüber berichtet die heutige Spiegel-Online-Ausgabe unter Hinweis auf das Time-Magazin, die Zeitung Boston Globe, die New York Times und einen regionalen TV-Sender.

 


Zu ihrer Motivation hätten die Mädchen keine Erklärung abgegeben. Es handele sich vornehmlich um Schülerinnen mit geringem Selbstwertgefühl und mangelnder Zuwendung,
 wird der Polizeiinspektor des Fischerortes zitiert. Eine 18-jährige ehemalige Schülerin derselben High-School, selbst Teeniemutter, vermutet die Suche nach der vorbehaltlosen Liebe eines Menschen. Schulpsychologen sprechen von dem Wunsch nach Anerkennung. Bei den Vätern handelt es sich laut Spiegel um Männer in den Zwanzigern, sogar ein Obdachloser sei dabei.

Dabei seien die Rahmenbedingungen zur Mutterschaft in der High-School der Mädchen ideal: Es würde eine umfassende Kinderbetreuung angeboten, das städtische Krankenhaus verwehre sich dagegen, kostenlose Verhütungsmittel abzugeben. Anderer-
seits biete das Provinzstädtchen mit wenigen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und zunehmend eingeschränkter sozialer Förderung nur schlechte Bedingungen für Schulabgänger.


Wäre das nicht eine gute Idee für unser Land, Frau von der Leyen und Co.? Die sozial schwachen Gebiete als Geburtenzentren ausbauen:
Junge, perspektivlose Mädchen würden uns den so dringend benötigten Babyboom bescheren. Dafür erhielten sie soziale Anerkennung, ihre Kinder, die dann Kinder des Staates würden, beste Betreuungs- und Schulmöglichkeiten. Außerdem könnten zahlreiche ungewollt kinderlose Paare endlich auf die unkomplizierte Adoption eines Babys hoffen.

Upps - hatten wir ähnliches nicht schonmal, in unrühmlicher Vergangenheit?
 

Um bei der Gegenwart zu bleiben: Die Kombination von sozial schwachen Familien und Kinderreichtum ist ja auch bei uns nicht neu: Auch hier werden bereits deutlich mehr Kinder von jüngeren Müttern in sozial schwachen Familien geboren, während sich Akademiker Zeit lassen oder ganz auf Kinder verzichten (müssen). Nur fehlt es ganz offensichtlich noch an einer ausreichenden und teilweise dringend notwendigen Förderung und Betreuung von Kindern gerade aus sozialen Randgebieten. Andererseits ist eine Verbindung von Studium, Karriere und Familienplanung immer noch problematisch.

von Sprechakt - veröffentlicht in: Kinder - Community: Kultur-Schock
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