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Dieser Beitrag ist all jenen gewidmet, die sich auf der Suche nach Beethovens Brief an die „unsterbliche Geliebte“ auf meine Seite verirrt haben und bislang nicht fündig geworden sind. In einem Artikel über das Bonner Beethovenhaus erwähnte ich nebenbei, dass jener berühmte Brief dort ausgestellt würde. Seitdem kann ich mich darauf verlassen, dass fast jeden Tag mindestens einmal jemand über Google bei mir nach diesem Brief, oder der Geliebten, sucht – und leider nicht fündig wird. Dem soll nun abgeholfen werden, denn ich habe mich heute selber kundig gemacht. Es geht um folgenden Brief, der nach Beethovens Tod, in einem Geheimfach des Musikers versteckt, aufgefunden wurde und der auf den 6./7. Juli 1812 datiert ist:
„Mein Engel, mein alles, mein Ich! Kann unsre Liebe anders bestehn als
durch Aufopferungen, durch nicht alles verlangen, kannst Du es ändern, daß Du nicht gantz mein, ich nicht ganz dein bin? Die Brust ist voll, Dir viel zu sagen
– ach – es gibt Momente, wo ich finde, daß die Sprache noch gar nichts ist. Bleibe mein treuer, eintziger Schatz, mein alles, wie ich Dir; das übrige müssen die Götter schicken, was für uns sejn
muß und sejn soll.“
(„Ludwig van Beethoven. Briefe“, hg. von Erich Valentin, Diogenes Verlag)
Bis heute ist nicht bewiesen, wen Beethoven darin so anbetungsvoll bedachte. Ja, dieser
Brief ist „ein zentraler Punkt in der Beethoven-Forschung“, las ich in einem Zeit-Online-Artikel zu diesem Thema. Nun gab es
bislang verschiedene Herangehensweisen, die Identität der Unbekannten herauszufinden bzw. zu beweisen: So versuchte man es mit dem Ort, an den der Brief adressiert war, Prag: Dort hatte
sich, etwa zur gleichen Zeit, eine Bekannte und Gönnerin Beethovens mit Mann und Kind aufgehalten: Antonie
Brentano. Viele anglo-amerikanische Forscher favorisieren diese Lösung.
Deutsche Forscher argumentierten anders, schreibt die Online-Musikzeitung klassik.com: Sie verglichen Stil und Inhalt des geheimnisvollen Briefes mit Stil und Inhalt von Briefen, die Beethoven anderen Frauen geschickt hat. Demnach seien ganz
klare Übereinstimmungen, ja Rückbezüge zu Briefen zu finden, die der Musiker an seine ehemals große Liebe Josephine Gräfin Brunswick, geschrieben hatte. Die zunächst erwiderte Liebe zu dieser
Adeligen inspirierte den Künstler um 1805 zu großem schöpferischen Aufschwung und stürzte ihn, als Josephine ihn aus Standesgründen nicht heiraten durfte und sich anderweitig verheiratete, in
Düsternis und Depression.
Neuerdings ist man bestrebt, auch auf naturwissenschaftlichem Wege Beethovens Liebesleben, oder gar eventuelle unbekannte Vaterschaften, zu
durchleuchten, wie z. B. der US-amerikanischer Urologe namens Alfredo Guevara anhand der DNA-Analyse einer reliquiengleich behandelten Haarlocke des Meisters. Konservative
Musikwissenschaftler verwahren sich jedoch dagegen, (womöglich verruchte – 'Hatte Beethoven Syphilis?' 'Ging er zu Huren?') Intimitäten hervorzukramen, anstatt sich mit seinem musikalischen Werk
zu beschäftigen. „Es ist ein Zeichen für den Verfall der Sitten, daß die Leute so versessen sind, etwas vom Privatleben dieser Menschen zu erfahren. Heutzutage brauchen nicht nur Teenager,
sondern auch Erwachsene Idole, die sie verehren und gleichzeitig vom Sockel holen können“, zitiert die ZEIT den amerikanischen Musikwissenschaftler Leon Botstein.
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