Wednesday, 11. june 2008
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19:09
... denn meine Digitalkamera ist mir heute 'entwendet' worden. Irgendwie hoffe ich ja immer noch, dass sie irgendwann, irgendwo doch wieder gefunden wird. Ich habe nämlich schon öfters
Dinge verloren oder verschlampt, die dann irgendwann doch wieder aufgetaucht sind. Selbst mein Portemonnaie, dass mir vor einigen Jahren im Wiener Stefansdom gestohlen worden ist, tauchte nach zwei
Monaten wieder auf. Es war gleich am nächsten Tag nach dem Diebstahl ohne Personalausweis und ohne Geld in der Nähe des Doms gefunden und zur Polizei gebracht worden. Um nach Deutschland zum
zuständigen Amt zu gelangen, hat es folglich ganze zwei Monate gebraucht. Da hatte ich natürlich bereits sämtliche Ausweise wieder ersetzt.
Seltsam, und auch dieses Mal muss der kriminelle Akt (jawohl, nennen wir's doch beim Namen!) in oder in unmittelbarer Nähe zu einem Gotteshaus geschehen sein. Nach der Arbeit
machte ich einen Abkürzer durch den Dom, um ein bisschen innezuhalten, und um dem scharfen Wind auf der Domplatte zu entgehen. Das Licht schien heute so schön hell und klar durch die bunten
Glasfenster, dass ich es unbedingt photographisch festhalten musste. Ganz ohne Blitz machte ich ein paar, glaube ich, sehr schöne Aufnahmen. Die kann jetzt der Dieb bewundern, grrr. Ich erinnere
mich, dass ich beim Hinausgehen ganz bewusst meine Kamera in die Tasche steckte und noch dachte "jaja, hier muss man ja aufpassen, dass nichts geklaut wird, im Dom- und Bahnhofsbereich". Dann
erinnere ich mich, wie ich auf dem Bahnsteig versehentlich jemanden anstieß, fast anrempelte und mich kurz entschuldigte. Im Zug saß ich auf einem vollbesetzten Viererplatz und döste ein wenig mit
geschlossenen Augen. Aber dort hätten die Mitfahrenden es bemerkt haben müssen, wenn sich jemand an der Tasche, die auf meinem Schoß lag, zu schaffen gemacht hätte.
Tja, ich komme zu keinem Ergebnis bei meiner detektivischen Rekonstruktion. Der Ärger ist groß, aber hauptsächlich darüber, dass ich nicht genug aufgepasst habe. Denn
kurioserweise hat gerade in den letzten Tagen die Kamera mehr und mehr Probleme bereitet: Mit der Elektronik stimmt etwas nicht, eine Reparatur würde 150 Euro kosten, nach Aussage des
Photogeschäft-Mitarbeiters: "Also warum dann nicht lieber gleich eine neue kaufen?" Na klar, dieser Rat war zu erwarten. Ich war mir nicht sicher, ob ich warten soll, bis der alte Apparat, der
mir wirklich ein wenig ans Herz gewachsen war, endgültig 'den Geist aufgibt'. Nun ja, die Entscheidung ist mir nun abgenommen worden. Ein ganz kleines bisschen freue ich mich auch über das Gesicht
des Diebes, wenn er sieht, dass mit der Kamera nicht mehr viel anzufangen ist...
Also, liebe Freunde der Sprechakt-Photos: Leider wird es in nächster Zeit erstmal keine Digitalbilder mehr von mir geben. Um mir eine neue Kamera zu kaufen, muss ich nämlich noch viele,
viele Monate lang, nein Jahre, durch meinem Blog Cents zusammenkratzen ... ;-)
von Sprechakt
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veröffentlicht in: Photos
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