Saturday, 7. june 2008
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Mein Großvater war nicht nur ein frommer Dichter, sondern auch
ein guter Hobby-Eisläufer. Seiner Begeisterung für das Eis hat er
in dem folgenden Gedicht auf pathetische Weise Ausdruck verliehen.
Auf dem Eise sich zu wiegen,
Übern Spiegel wegzufliegen,
Welche Freude, welche Lust!
Sich zu wenden und zu biegen
Sich zu drehen und zu schmiegen
Wie hebt sich da stolz die Brust!
Leichtbeschwingt dahinzugleiten
Beide Arme auszubreiten
Zu der roten Sonnenglut
In den Flammenglanz zu blicken
Vor dem milden Schein sich bücken
Wie ergötzt das Herz und Mut!
Auf der weiten blanken Glätte
Sich zu tummeln um die Wette
Leicht zu tänzeln hin und her
Frei im Takt die Glieder regen
Und im Rhythmus sich bewegen
Sagt, was bietet Wonne mehr?
Auf dem Wasser frei zu stehen
Wie auf festem Boden gehen
Wie kann das nur immer sein?
Auf den Fluten nicht zu sinken
Wie ein Wunder wills uns dünken:
Winters Kraft vermags allein.
Christian Berger
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